Klangraum Nebel – Ein Kunstprojekt von Kalle Aldis Laar

Installation an der CloudFisher Anlage am Mount Boutmezguida in Marokko

Im Oktober 2018 wurde eine der weltweit größten Nebelkollektoren-Anlagen im marokkanischen Antiatlasgebirge feierlich eingeweiht. Serafine Lindemann, ehrenamtliches Teammitglied der WasserStiftung, kam damals die Idee, diese besondere Form der Entwicklungszusammenarbeit mit einem kulturellen Projekt zu verbinden. So entstand unter ihrer Kuratierung ein außergewöhnlicher Klangkörper, der – von außen betrachtet an eine Windharfe erinnernd – in einem der trockensten Gebiete der Welt den Nebel zum „Singen“ bringt und mit den Tönen auf einzigartige Weise darauf hinweist, wie wichtig die Ressource Wasser für uns alle ist.

Der Wind spielt mit

An einem der Nebelkollektorengerüste installierte Kalle Aldis Laar mit Unterstützung des Industriedesigners und CoudFisher-Entwicklers Peter Trautwein den „Klangraum Nebel“, aus dem – nur durch Wind und Wetter betrieben – ungewöhnliche Kompositionen entstehen, stetig beeinflusst durch die akustischen Eigenschaften der Gegebenheiten vor Ort.

Eintauchen in die Klang- und Nebelwelten

Mittlerweile gibt es Bild- und Tonaufnahmen davon, auf denen zu hören ist, wie es ist, wenn der Wind mit bis zu 100 Stundenkilometern durch die Netze und die am Gerüst angebrachten Klanginstallationen fegt.

Von der Geschichte zum Klangerlebnis

Kalle Aldis Laar (Jg. 1955) studierte Wissenschaftsgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Das deutsche Multitalent lettisch-estnischer Abstammung arbeitet heute als Klangkünstler, Komponist, DJ, Vinylforscher, Hörspielautor, Herausgeber und Lehrbeauftragter in der ganzen Welt. Er war mit Ausstellungen und Performances auf den Kunstbiennalen in Venedig und Havanna zu sehen, bei der Ars Electronica in Linz und der Transmediale Berlin. 1996 gründete er gemeinsam mit Barbara Holherr das Temporäre Klangmuseum im Münchner Lenbachhaus. Für seine Herausgebertätigkeit im Trikontverlag erhielt er 2011 und 2104 den Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Besonders interessiert ihn die Entwicklung von Konzepten zur Konservierung veralteter Technologien und deren werkgetreuem Transfer in aktuelle Medien.

Konzert in Agadir als krönender Abschluss des Artist-in-Residence-Aufenthalts

Wenn er nicht reist, lebt Kalle Laar in Krailling bei München und in Wien. Im August und September 2019 ist er allerdings in Marokko anzutreffen. Als Artist-in-Residence kann er auf Einladung der Stiftung Dar Si Hmad seine Klangforschung und -experimente vorantreiben und gemeinsam mit anderen Künstlern vor Ort kreativ werden. Besonders gespannt sein darf man auf das Ergebnis der Kooperation mit dem marokkanischen Rwaiss-Musiker Rais Lahcen Belmouden, dem „König“ des traditionellen Saiteninstruments Rebab, das im Rahmen eines Konzerts zur Aufführung kommt.

Die Installation des Klangkörpers am CloudFisher auf dem Mount Boutmezguida
Der mit Saiten bespannte Resonanzkörper reagiert auf Luftdruck, Termperatur, Feuchtigkeit und Wind

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