CloudFisher – Mit innovativer Technologie sauberes Wasser aus Nebel gewinnen

Von der Natur gelernt

Vorbild für diese Technik der Trinkwassergewinnung ist die Natur. Pflanzen und Tiere machen vor, wie es geht: Eine etwa 30 Meter hohe kanarische Kiefer kann auf den Höhenlagen von La Palma oder Hierro dank des Passatwinds pro Tag etwa 50 Liter mit ihren langen Nadeln aus dem Nebel „auskämmen“. Das Dünengras in der Namib-Wüste bringt es auf 4 Liter pro Nebelnacht. Dort lebt auch der 2 cm große Nebeltrinker-Käfer. Er stellt sich mit gesenktem Kopf gegen die Nebelschwaden. Haben die kondensierenden Wassertropfen auf dem schräg gestellten Körper eine Größe von ca. 5 mm erreicht, läuft das Wasser über die Rinnen auf dem Rücken zu den Mundwerkzeugen des Käfers. Die aufgenommene Wassermenge entspricht etwa 40 % seines Körpergewichts.

Robust und feingliedrig den Nebel nutzen

Nach langjähriger Forschung und Testeinsätzen hat die WasserStiftung mit dem sogenannten CloudFisher einen effektiven und langlebigen Nebelkollektor entwickelt, um in Gebieten mit großer Nebeldichte Feuchtigkeit aus der Luft in sauberes Trinkwasser umzuwandeln. Es ist der erste Nebelkollektor, der auch hohen Windgeschwindigkeiten bis zu 120 km/h standhält. Schnell und unkompliziert lässt er sich montieren, benötigt keine Energie und ist extrem wartungsarm. Alle verwendeten Materialien sind lebensmittelecht. Dank seines Leistungsvermögens garantiert der CloudFisher unzähligen Menschen kostengünstig hochwertiges Trinkwasser, das WHO-Standard entspricht.

Ressourcenschonend, nachhaltig und effektiv

Dank seines Leistungsvermögens garantiert der CloudFisher unzähligen Menschen kostengünstig hochwertiges Trinkwasser, das WHO-Standard entspricht. Das gewonnene Wasser kann zudem in der Landwirtschaft und für Viehzucht, für Aufforstungsprojekte und kommerzielle Zwecke genutzt werden.

Wo können die „Nebelfänger“ aufgestellt werden?

Mögliche Einsatzgebiete für den CloudFisher sind trockene Gebirgs- und Küstenregionen mit hohem Nebel- und Windaufkommen wie z.B. in Äthiopien, Australien, Chile, Eritrea, Iran, Kolumbien, Marokko, Namibia, Nepal, Nordamerika, Oman, Peru, Spanien, Südafrika, Tansania oder im Yemen.

Wie funktionieren Nebelnetze?

Der Wind drückt den Nebel durch das senkrecht stehende Netz. Kleinste Tröpfchen bleiben an dem Spezialgewebe hängen und vereinen sich zu großen Tropfen. Diese laufen durch die Schwerkraft nach unten in die Auffangrinne. Von dort fließt das Nebelwasser durch Leitungen in ein Reservoir.

Wie ergiebig sind die CloudFisher-Nebelkollektoren?

Je nach Region und Jahreszeit liegt die tägliche Wasserausbeute zwischen 6 und 22 Liter pro Quadratmeter Netz.

Aber auch zu Monsunzeiten, die nach der Nebelsaison von November bis Juni z. B in Eritrea folgt, dienen die Gewebe zur Wassergewinnung, ergänzt durch horizontal angebrachte Polyethylenplatten. Das gewonnene Regenwasser kann je nach Reinheit als Trinkwasser oder für die Landwirtschaft und zum Tränken von Vieh verwendet werden.

Erst forschen, dann bauen

Jedes Nebelprojekt beginnt mit einer meteorologischen Datenerfassung zur Windgeschwindigkeit und Windrichtung, zur relativen Luftfeuchtigkeit und Temperatur, zu Niederschlägen und zur gesammelten Wassermenge. Mit diesen Erkenntnissen wird entschieden, ob sich der Standort zur Wassergewinnung aus Nebel lohnt und wie die Kollektoren optimal zum Wind ausgerichtet sein werden.

Wo stehen schon Nebelkollektoren der WasserStiftung?

Nebenkollektoren in Eritrea:
Im Jahr 2007 wurden gemeinsam mit dem Projektpartner FogQuest die ersten 20 Nebelnetze aufgebaut. Je 10 Kollektoren in den über 2.000 Meter hoch gelegenen Dörfern Nefasit und Arborobue.
zur Projektseite: https://www.wasserstiftung.de/eritrea-nefasit-arborobue/

CloudFisher Pro in Marokko:
Die größte Anlage weltweit steht seit 2018 im marokkanischen Antiatlas-Gebirge. Mit den Nebelnetzen werden pro Quadratmeter 22 Liter im Jahresdurchschnitt „geerntet“. Das macht bei 31 CloudFishern (1586 qm Netzfläche) 37092 Liter pro Nebeltag. Damit stehen den 16 Dörfern mit ca.13000 Bewohner/innen pro Familienmitglied 12 Liter Wasser pro Tag zur Verfügung.
zur Projektseite: https://www.wasserstiftung.de/marokko-mount-boutmezguida/
zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=FHgx3wjbim0&t=14s

CloudFisher Pro, Mini und Complete in Tansania:
Im Distrikt Babati werden nach Projektabschluss 14 Schulen mit etwa 4000 Schüler/innen von 14 CloudFisher-Kollektoren (1 CF Pro, 5 CF Mini, 8 CF Complete) profitieren.
zur Projektseite: https://www.wasserstiftung.de/tansania-qameyu-umagi/

CloudFisher Complete in Bolivien:
Im Hochland der Anden laufen seit 2020 die Vorarbeiten für die Errichtung von einer Nebelkollektoranlage mit 14 CloudFishern in der Gemeinde Alto Veladero für die dortigen Bauernfamilien, zwei Schulen und benachbarte Siedlungen – insgesamt etwa 1000 Menschen.
zur Projektseite: https://www.wasserstiftung.de/bolivien-alto-veladero/

 

Medienberichte

4i-mag / Online-Magazin für Technologie,  21. Januar 2021
Drinking water scarcity – harvesting fog amidst arid conditions
Andrea Nyilas

Ökotest, Juni 2020, Schwerpunkt Wasser
Die Nebelfischer – Projekte der WasserStiftung für sauberes Trinkwasser
Annette Dohrmann

bild der wissenschaft, September 2019
Wasser für die Welt
Rolf Hessbrügge
Die Wasserversorgung der gesamten Menschheit ist ein großes Problem. Forscher haben Lösungen gefunden – (unter anderem den CloudFisher, siehe S. 73/74)

DVGW Jahresrevue, Dezember 2018
Sonderausgabe für das deutsche Gas- und Wasserfach 2018/2019 – Nebel als Lebensretter:
Weltweit größte CloudFisher-Anlage in Marokko eingeweiht

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.3.2017
Wasser aus der Luft gegriffen

Bayerisches Fernsehen, 20.6.2020
Xenius / Wissen
Trinkwasser – Innovative Ideen für ein knappes Gut
u.a. mit einem Beitrag über den CloudFisher in Marokko

PBS News Hour, July 31, 2019
(Public Broadcasting Service/US-TV-Netzwerk)
How scientists are harvesting fog to secure the worlds water supply (7 Minuten)

Bayerisches Fernsehen, 28.12.2018
Bericht in der Abendschau über den CloudFisher in Marokko (ab Minute 11:45)

Deutschlandfunk Kultur, Weltzeit, 28.8.2018
Wasser ernten in Afrika – Mit Technik gegen Trockenheit
u.a. CloudFisher in Tansania
Ein Beitrag von Linda Staude

Designboom.com, 2.2.2017
CloudFisher turns fog into drinking water in morocco’s driest regions

Deutsche Welle, Global ideas, 8.11.2016
Wasser aus den Wolken

Deutsche Welle, Global 3000, 7.11.2016
Die Nebelfänger aus den Bergen

SRF, Einstein, 12.11.2015
Nebelfischer: Trinkwasser im marokkanischen Antiatlas
Wozu ist eigentlich Nebel gut?

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