Bolivien

Alto Veladero und Sivingalito

Das Projektgebiet Alto del Veladero gehört zur Gemeinde Moro Moro im bolivianischen Hochland mit weit verstreuten Dörfern und kurvigen Straßen, die die Berghöhen zwischen 500 und 3.000 Metern Höhe überwinden.

Hintergrund

In dem Gebiet der Gemeinde Alto Veladero, in dem das Projekt durchgeführt wird, gibt es ein Wasserversorgungsnetz, aber es gibt zwei große Probleme:

– Wassermangel in den Sommermonaten: Die Region Valles Cruceños weist eine jährliche Niederschlagsmenge von ca. 800 mm auf, die Niederschläge konzentrieren sich jedoch auf nur 5 Monate im Jahr (von Dezember bis April). Außerhalb dieser Zeit regnet es kaum, und die Quellen und Bäche trocknen aus. Dies zwingt die Wasserkomitees der Gemeinschaft, Wasserrationierungen vorzunehmen. Wenn die Situation kritisch wird, gehen die Menschen bis zu weit entfernten Wasserquellen auf den Berg, um Wasser zu holen.

– Wasserverschmutzung: Das Wasser kommt aus Quellen, zu denen, wenn sie nicht eingezäunt sind, Tiere kommen, um zu trinken. Dies führt zu einer Kontamination durch Ausscheidungen. Darüber hinaus gibt es in der Nähe der Quellen Kartoffelanbauflächen, in denen Agrochemikalien den Boden verseuchen, was eine weitere Ursache für die Wasserverschmutzung ist.

Aufgrund dieser kritischen Situation versuchen die Familien, alternative Wasserquellen oder neue Mechanismen zu finden, um genügend sauberes Trinkwasser zu erhalten. So hat beispielsweise die Schule von Veladero einige Regenwassersammelanlagen gebaut. Dennoch reicht das Regenwasser bei weitem nicht aus, weder zum Trinken noch zum Kochen, Reinigen oder zum Bewässern des Schulgartens.

Ziel

Das Projekt soll dazu beitragen, für die Bauerngemeinschaft Alto Veladero und Sivingalito durch die Nebelernte mit 14 CloudFisher-Nebelkollektoren den Zugang zum Wasser zu verbessern. Nutznießer sind die lokale dörfliche Bevölkerung und eine (Internats-)Schule. Man hat sich darüber hinaus zum Ziel gesetzt, die lokale Vegetation wiederherzustellen.

Maßnahmen

Das Projekt wird von der baskischen NGO Zabalketa mit seinem lokalen Partner, dem Instituto de Capacitación del Oriente (ICO), geleitet. ICO hat ein Büro in Vallegrande, dem wichtigsten Ort im Valle Cruceños. Beim Bau der Infrastruktur werden lokale Fachleute eingesetzt. ICO ist für die Organisation der Arbeit verantwortlich. Auch das Wasserkomitee wird am Bau und der Aufstellung der Nebelnetze mitwirken.

Die Bauernschaft von Alto Veladero verpflichtet sich, sich als Zeichen ihres Interesses an dem Projekt mit eigenen Arbeitskräften an den Bauarbeiten zu beteiligen. Sie werden Arbeitstage organisieren, an denen die Mitglieder der Gemeinschaft abwechselnd teilnehmen, um das Land zu räumen, in dem die Nebelnetze installiert werden, und um Gräben zu graben, in denen die Leitungsrohre verlegt werden. Es wird auch erwartet, dass die Lehrer/innen und Schüler/innen der Schule von Alto Veladero (soweit möglich) an den Bauarbeiten und dem Aufbau der Nebelnetze teilnehmen werden.

Sobald die neue Wasserinfrastruktur in Betrieb ist, sind das Wasserkomitee und die Leitung des Bildungskomitees von Alto Veladero für das korrekte Funktionieren der Nebelnetze verantwortlich. Zu diesem Zweck werden die Projektmitarbeiter Schulungen und Trainings über die Funktionsweise der Netze und die regelmäßig durchzuführenden Wartungsarbeiten wie die Reinigung der Rinnen und die Inspektion der Schläuche und anderer kritischer Punkte durchführen. Diese Schulungen umfassen auch die Ausarbeitung eines einfachen Funktions- und Wartungsplans, der die Durchführung dieser Arbeiten in organisierter und angemessener Weise erleichtert.

Sowohl der Wasserausschuss als auch die Leitung des Bildungskomitees sind dafür verantwortlich, dass die Wassernutzung in der Gemeinde effizient ist, dass Lecks minimiert werden, Verschwendung vermieden wird und dass Trinkwasser Vorrang hat, insbesondere in den Dürremonaten. Obwohl die Bevölkerung dieser Region zunehmend für die Bedeutung der Pflege dieser natürlichen Ressource sensibilisiert ist, ist geplant, regelmäßig Sensibilisierungskampagnen in der gesamten Region durch Radiosendungen und Plakataktionen durchzuführen.

Zielgruppe

Von der neuen Nebelkollektoranlage werden rund 370 Menschen direkt profitieren, Schüler/innen der Primary und Secondary School in Veladero, die schulnahen Häuser und die Häuser im benachbarten Gebiet von Sanguintito sowie Bauernfamilien, die in Sivingalito leben. Insgesamt sind das ca. 700 weitere Menschen, die direkt vom Nebelwasser profitieren (160 Bauernfamilien mit 4 bis 5 Mitgliedern).

Wirkungen

Das mit dem neuen Nebelnetzsystem gesammelte Wasser wird zunächst für den menschlichen Verzehr (Trinken, Kochen) verwendet. Da es in der Trockenzeit zu Wasserausfällen kommt, wird mit dem CloudFisher nicht nur die Wasserqualität verbessert, sondern auch die Quantität und vor allen Dingen die kontinuierliche und verlässliche Wasserversorgung gewährleistet. Darüber hinaus wird das Wasser, sollte nach der Deckung des Grundbedarfs (Trinken, Kochen und Waschen) noch genügend vorhanden sein, zur Bewässerung des Gemüsegartens in der Schule von Veladero verwendet. Durch das Projekt werden zudem lokale Kapazitäten gefördert, integriert und gestärkt. Das verbesserte Zusammengehörigkeitsgefühl in den Gemeinden wird die Nachhaltigkeit über das Ende des Projekts hinaus sicherstellen.

Projektpartner

Münchener Rück Stiftung
Zabalketa
Instituto de Capacitación del Oriente (ICO)

Förderer

Oswald Stiftung

Kosten

228.000 Euro

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