Tansania

Qameyu und Umagi u.a.

Das Projektgebiet liegt in der Region/Distrikt Babati südlich des Manyara-Salzsees auf einem Hochplateau (ca. 2000 m bis 2500 m Höhe) des afrikanischen Rückens. Es ist von Babati ca. 80 km und ca. 300 km von Arusha/Kilimanjaro, wo sich der internationale Flughafen befindet, entfernt. Im Projektgebiet mit den Städten Qameyu, Umagi, Endow, Endabok, Gidn’gata u.a. leben rund 25.000 Menschen.

Hintergrund

Keine der 14 Schulen des Distrikts ist an eine öffentliche Wasserversorgung angeschlossen. Die Familien der Schüler/innen leben hauptsächlich von der Subsistenzwirtschaft. Das Schulgeld wird in Form von Sachleistungen (Mais, Bohnen) gezahlt. Die jungen Menschen verbringen in der Regel zwei Stunden damit, Wasser für die Schule zu holen, und versäumen dadurch den Unterricht. Eine Wasserversorgung durch Brunnen ist in der tansanischen Hochregion auf über 2.000 Metern Höhe nicht möglich. Auch das Wasser aus Bächen ist weitestgehend kontaminiert und reicht für die Versorgung nicht aus. Aber aufgrund der häufigen Nebelphasen ist die Gegend prädestiniert für den Einsatz von Nebelkollektoren zur Wassergewinnung. Bereits 2017 wurde in Tansania der erste Nebelkollektor, ein großer CloudFisher Pro, installiert, der seitdem für die Secondary School in Qameyu zuverlässig Wasser liefert.

Es gibt zwei (kürzere) Regenzeiten im Spätherbst und im Frühling mit unterschiedlicherer Ergiebigkeit. Leider gibt es bisher keinerlei Infrastruktur, um dieses Wasser aufzufangen und so zu sammeln, dass die Trockenphasen überbrückt werden können. Aber es gibt in dieser Hochregion häufig Nebelphasen, in denen Nebelkollektoren für die Wassergewinnung an einigen Schulen genutzt werden können. Außerdem ist es ständig windig. Dies alles sind ideale Voraussetzungen für eine erfolgreiche und effektive CloudFisher-Installation.

Es existieren weder ethnische Spannungen noch politische Probleme, so dass die Projektrahmenbedingungen als sehr stabil bezeichnet werden können. Da das Projekt ausschließlich auf Schulen zielt, sind die Eigentumsverhältnisse geklärt. Darüber hinaus haben wir mit den Schulverantwortlichen/Lehrern verlässliche Partner vor Ort und erreichen über die Kinder nahezu alle Familien in der Region.

Zielgruppe

In Madunga befindet sich die Girls Secondary School, und in den Hauptstädten Qameyu und Umagi jeweils eine Sekundarschule mit ca. 300 bis 350 Schülerinnen und Schülern. Außerdem gibt es zehn Grundschulen z.B. in Gidn’gata, Daraja la Mungo, Endabok, Qameyu, Gawal, Endow, Madunga, Endalah mit durchschnittlich etwa 100 bis 200 Schüler/inne/n pro Schule sowie eine Berufsschule und ein Krankenhaus, das ebenfalls Wasser benötigt. Von den insgesamt etwa 4.000 Schülerinnen und Schülern sind etwa die Hälfte Mädchen und die andere Hälfte Jungen. Im Durchschnitt kommt ein Lehrer auf 30 Schüler/innen.

Die Kinder sind in den Primary Schools zwischen 6 und 12 Jahre alt, in den Secondary Schools bis 18 Jahre. Mit der Madunga Girls Secondary School ist auch eine reine Mädchen-Schule im Projekt integriert. Das Joseph-Dareda-Vocational-Training-Center ist eine Berufsschule, deren Schülerinnen und Schüler zwischen 18 und ca. 25 Jahre alt sind. Alle Schulen dieser Region werden berücksichtigt, so dass weder Missgunst noch Neid zu erwarten sind. In der Region leben geschätzt ca. 25.000 Menschen in einem Einzugsgebiet von ca. 100 qkm.

Maßnahmen

Gemeinsam mit den Partnern ped-world e.V. und Viva con Agua e.V. wird die WasserStiftung dafür sorgen, dass 14 Schulen in Tansania eine kontinuierliche Wasserversorgung sowie Sanitäranlagen haben. Die WasserStiftung hat bereits im Januar 2019 fünf Nebenkollektoren des Modells CloudFisher Mini im Wert von 39.000 Euro in die Region Babati geschickt, für die HTI Gienger die Anschubfinanzierung geleistet hat.

Allerdings werden 14 CloudFisher insgesamt benötigt, um den Wasserbedarf aller Schulen annähernd zu decken. So hat die Oswald Stiftung weitere Mittel für die Finanzierung von acht CloudFishern zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus werden die Schulen von dem deutschen Verein ped-world mit Regenwassersammelsystemen versorgt. Unser Partner ped-world baut 23 Zisternen mit Wasserfiltern für das gesammelte Regenwasser und ergänzt somit die Wassersammlung. Die Schaffung von 14 Schulgärten für den Obst- und Gemüseanbau ist ebenfalls Teil des Projekts, um Möglichkeiten der Selbstversorgung zu schaffen und eine bessere Ernährung zu gewährleisten. Weiterhin ist der Einsatz von Trockentoiletten geplant, und es werden 14 Handwaschanlagen gebaut.

Um den Aufbau der Nebelkollektoren, der Wassertanks und Filteranlagen vor Ort werden sich Peter Trautwein von der WasserStiftung und Experten des Vereins ped-world kümmern. Zur nachhaltigen Absicherung des Projekts werden mit den Menschen vor Ort sogenannte WASH-Trainings zum richtigen Umgang mit Wasserversorgung und Hygiene durchgeführt. Und die Hamburger „All-Profit-Organisation“, wie sich Viva con Agua nennt, stellt als Sponsor insgesamt 563.000 Euro für die Umsetzung des Projekts von 2019 bis 2022 zur Verfügung.

In allen Schulen besteht eine große Bereitschaft sowohl auf Seiten der Lehrer/innen als auch der Schüler/innen, das Projekt zu unterstützen und tatkräftig Hand anzulegen. Der Boden ist sehr fruchtbar und somit für die Landwirtschaft mit entsprechender Bewässerung geeignet.

Wirkungen

Der Nebelkollektor ist ein Beispiel für ein integriertes Wasserressourcenmanagement, bei dem Wasser als integrale Ressource für das Ökosystem und gleichzeitig als soziales und wirtschaftliches Gut betrachtet wird. Das Projekt hat das langfristige Ziel, an 14 Schulen in Tansania rund um das Hochplateau um Qameyu zur Verbesserung der Lebensbedingungen und der Gesundheit armer Kinder und Jugendlicher beizutragen. Darüber hinaus sind junge Menschen der beste Multiplikator für Veränderungen. Sie werden ihr Wissen über das Wasser als wichtige Ressource, rund um das Thema WASH (Water, Sanitation, Hygiene), mit ihren Familien teilen.

So können wir gezielt Schulen in der Wasserversorgung unterstützen und leisten darüber hinaus auch einen Beitrag zur verbesserten Bildung der Schüler/innen und für den aufgeklärten Umgang mit Wasser der einbezogenen Communities rund um die Schulen. Insgesamt werden mit der bereits versorgten Secondary School in Qameyu 14 Schulen mit über 4.000 Schülerinnen und Schülern von dem Projekt profitieren.

Projektpartner und Förderer

Ped-world e.V.
Viva con Agua e.V.
Oswald Stiftung
HTI Gienger

Kosten

Das Gesamtvolumen des Projekts beläuft sich auf über 600.000 Euro.

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