Äthiopien

Amhara

Safe Water Amhara Projekt – SWAP

Ressourcen- und Klimaschutz sowie nachhaltiger Zugang zu sauberem Wasser im ländlichen Äthiopien

Hintergrund

Die Gesundheit der ländlichen Gemeinden in ganz Äthiopien wird durch Infektionen und Krankheiten, die durch den Konsum von verunreinigtem Wasser verursacht werden, stark beeinträchtigt. Die Verunreinigung ergibt sich meist dadurch, dass es keine vor Kontamination geschützten Quellen gibt. Parallel dazu gibt es in der Projektregion hunderte Brunnen, die für sauberes Wasser sorgen könnten, jedoch nicht mehr funktionstüchtig sind. Das Projektgebiet in der South Gondar-Zone leidet zudem an klimabedingten Wetterextremen. So ist das Gebiet einerseits von langanhaltender Dürre betroffen und andererseits stark durch Überschwemmungen gefährdet: In der Sommerregenzeit 2022 wurde es von Sturzfluten heimgesucht. Solche Überschwemmungen verunreinigen häufig die Wasserquellen mit gesundheitsgefährdenden Keimen.

In den untersuchten Orten im Projektgebiet geben 67% der Haushalte an, dass sie das Wasser vor dem Gebrauch abkochen. Mit gravierenden Folgen für den Baumbestand in einem Land, in dem 88% des Energiebedarfs der ländlichen Haushalte durch Holz gedeckt werden. Die Abholzung der Wälder zwingt Frauen und Kinder dazu, immer weitere Strecken zurückzulegen, um genügend Brennmaterial für den Haushalt zu sammeln. Ein geringerer Baumbestand beeinträchtigt die Bodenfruchtbarkeit und erhöht die Anfälligkeit landwirtschaftlicher Flächen für Bodenerosion und Überschwemmungen. Das gefährdet nicht nur die Ernteerträge, die Ernährungssicherheit und das Einkommen der Haushalte, sondern auch die biologische Vielfalt.

Projektstandort

Das Projekt wird in der South Gondar-Zone, einer von acht Verwaltungszonen in der äthiopischen Region Amhara, durchgeführt. Das Projekt erstreckt sich dabei auf fünf Woredas (Bezirke) der South Gondar-Zone.

Projektbegünstigte

In den vorgeschlagenen Zielbezirken Farta, Guna Begmedir, Lay Gayent, Estie und Simada leben etwa 60.000 Menschen, die von dem Projekt profitieren werden. In besonderer Weise kommt das Projekt Frauen und Kindern zugute, denen die langen, beschwerlichen Wege zum Wassertransport erspart bleiben, sobald Wasserzugänge in der Nähe der Siedlungen wiederhergestellt wurden.

Projektziel

Mit der Reparatur defekter Pumpen erhalten die Projektbegünstigten einen sauberen und sicheren Wasserzugang, wodurch sich nicht nur die Gesundheit verbessert, sondern auch die Lebensqualität im Allgemeinen steigt. Zusätzlich wird die weitere Abholzung der Baumbestände verhindert und wichtige Beiträge zu Ressourcenschutz und Klimaresilienz geleistet. Ein weiterer Projektbestandteil ist ein Forschungsprojekt zur Untersuchung der Resilienz der WASH-Systeme (WASH steht für Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene).

Projektaktivitäten

  • 200 defekte und zur Reparatur geeignete Wasserstellen im Projektgebiet werden identifiziert, repariert und wieder funktionsfähig gemacht;
  • Ertragstests und vierteljährliche Qualitätstests werden durchgeführt und bedarfsgerecht Anpassungen vorgenommen; eine Lieferkette für Ersatzteile wird eingerichtet und aufrechterhalten;
  • 200 WASH-Komitees werden gebildet und mit den erforderlichen technischen Fähigkeiten, Finanzmitteln und Verwaltungskompetenzen ausgestattet, um die langfristige Funktionsfähigkeit der sanierten Wasserstellen zu gewährleisten;
  • Schulungen zur Hygieneförderung sowie zum gesunden und nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser werden in jeder Gemeinde durchgeführt; die Mitglieder der WASH-Komitees werden dabei als Multiplikator:innen ausgebildet.
  • Durchführung eines Forschungsprojektes in Kooperation mit der Universität Birstol, das die Widerstandsfähigkeit von WASH-Systemen unter dem Eindruck von extremen Wettereignissen untersucht.

Lokale Partnerorganisation

Vita ist eine NGO, die in Irland registriert ist und seit 33 Jahren mit ländlichen Gemeinden in Ostafrika zusammenarbeitet. Durch Projektbüros vor Ort und ihr überwiegend äthiopisches Personal ist Vita in den Projektgebieten gut verankert. Ihr Ansatz kombiniert das Wissen und die Initiative lokaler Bevölkerungsgruppen, transformative Technologie und innovative Finanzierung, um den Aufbau einer widerstandsfähigen und gerechten ländlichen Wirtschaft zu unterstützen.

Vita Green Impact Fund

Das Projekt sieht eine innovative Form der Refinanzierung vor, welche sich aus dem Verkauf von CO2-Emissionszertifikaten speist: Durch den Wegfall der Notwendigkeit, verschmutztes Wasser abzukochen, wird Abholzung in signifikantem Ausmaß verhindert und damit ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Die Reduktion von CO2-Emissionen wird von Vita berechnet und von The Gold Standard, einem unabhängigen Zertifizierungslabel, überprüft, anerkannt und international als Emissionsgutschriften an Organisationen und Einzelpersonen verkauft, die ihren CO2-Fußabdruck ausgleichen wollen. Es entsteht eine Einkommensquelle, durch die sich das Projekt langfristig selbst trägt, womit etwa die Instandhaltung der Wasserstellen finanziert und Überschüsse reinvestiert werden.

Kosten
ca. 400.000 Euro

Förderer
Cordes & Graefe Stiftung
Oswald Stiftung

Projektdauer
September 2023 bis 2026

Ansprechpartner
Monica Denomy
m.denomy@wasserstiftung.de

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