Tansania (2026 bis 2027)
Wasser für Gesundheit in Tansania
Hintergrund
In Tansania haben viele Gesundheitseinrichtungen mit einem unzureichenden Zugang zu sicheren Wasser-, Sanitär- und Hygienediensten (WASH) zu kämpfen. Aus nationalen Berichten geht hervor, dass ein erheblicher Teil der Gesundheitseinrichtungen entweder über keine zuverlässige Wasserquelle verfügt oder auf eine unsichere und unbeständige Versorgung angewiesen ist. Diese Situation beeinträchtigt nicht nur den täglichen Betrieb, sondern stellt auch ein ernsthaftes Risiko für Patient:innen und medizinisches Personal dar.
Zusätzlich zur quantitativen Wasserknappheit bestehen auch Probleme mit der Wasserqualität. Verunreinigtes Wasser an den Entnahmestellen stellt ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Fehlende Infrastruktur für das Händewaschen und unzureichende sanitäre Einrichtungen verschärfen die Hygienemängel weiter. Diese Umstände erschweren es dem Gesundheitspersonal, angemessene Hygienepraktiken einzuhalten und erhöhen das Risiko von Infektionen und der Verbreitung von Infektionskrankheiten wie Cholera, Typhus und Durchfallerkrankungen innerhalb der Einrichtungen.
Die negativen Auswirkungen dieser Bedingungen sind weitreichend. Anfällige Gruppen wie Schwangere, Neugeborene und immungeschwächte Personen sind einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Darüber hinaus schwindet durch unzureichende WASH-Einrichtungen das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Gesundheitsdienste, was die Menschen möglicherweise davon abhält, bei Bedarf medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Im Jahr 2025 führte die WasserStiftung mit dem tansanischen Partner MSABI ein Pilotprojekt durch, bei dem die Wasserversorgung an fünf Gesundheitszentren erfolgreich wiederhergestellt wurde. Im Laufe des Pilotprojekts wurde ein großer Bedarf an einer Vielzahl weiterer Gesundheitszentren festgestellt. Gemeinsam mit dem tansanischen Partner wurde eine Erhebung durchgeführt, die die Problematik im gesamten Distrikt untersucht hat. Auf Grundlage der Erhebung und der Erfahrungen aus dem Pilotprojekt soll die Initiative durch das vorliegende Projekt im Jahr 2026 großflächig erweitert werden.
Projektstandort
Das Projekt wird im Kilombero-Distrikt der Region Morogoro im Südwesten Tansanias durchgeführt und erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden des Kilombero-Distrikts.
Projektziel
Die Herstellung des zuverlässigen Zugangs zu sicheren Wasser für die Gesundheitszentren, um die Versorgung der Patient:innen, die Hygienepraktiken und die nachhaltige Wasserbewirtschaftung zu verbessern und so die Ausbreitung von Infektionskrankheiten einzudämmen.
Projektaktivitäten
Um diese Ziele zu erreichen, werden unter anderem folgende Projektaktivitäten durchgeführt:
- Installation von neuen Wasserstellen (Brunnenbohrungen) oder Sanierung von stillgelegten/defekten Wasserzugängen an insgesamt 14 Gesundheitszentren;
- Einrichtung von Wasserspeichern mit 5.000 Litern Fassungsvermögen an allen Gesundheitszentren;
- Installation von Handwaschanlagen;
- Schulung des Personals aller Einrichtungen in Bezug auf ihre Aufgaben und Verantwortlichkeiten bei der Instandhaltung der WASH-Infrastruktur;
- Bereitstellung von lokal hergestellten Keramik-Wasserfiltern, um die Versorgung mit sicherem Trinkwasser zu gewährleisten;
- Entwicklung und Einsatz von Informations- und Aufklärungsmaterialien (z.B. Handbücher, Flyer, Booklets, Poster, Demonstrationsmaterial und T-Shirts mit MHM-Botschaften), die zentrale Inhalte zu Menstruationshygiene vermitteln.
- Durchführung einer abschließenden Wirkungserhebung, um Wissenszuwächse, Veränderungen im Schulbesuch und Rückmeldungen der Beteiligten systematisch zu erfassen.
Projektbegünstigte
Das Projekt kommt unmittelbar allen Personen zugute, die die ausgewählten Gesundheitseinrichtungen des Projektgebiets aufsuchen. Im Durchschnitt werden etwa 100 bis 200 Patient:innen pro Tag behandelt. Die Mitarbeiter:innen des Gesundheitswesens werden außerdem von sichereren Arbeitsbedingungen und dem Zugang zu sauberem Wasser profitieren, was ihre Fähigkeit, qualitativ hochwertige Pflege zu leisten, verbessert.
Lokale Partnerorganisation
MSABI ist eine etablierte Organisation bei der Umsetzung von Projekten in den Bereichen WASH in ländlichen Gebieten Tansanias und setzt sich seit 2009 für die Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens der ländlichen Bevölkerung ein. Die Organisation ist als Nichtregierungsorganisation registriert und hat bereits zahlreiche Projekt mit der WasserStiftung durchgeführt. Alle Maßnahmen sind auf die lokalen Gegebenheiten zugeschnitten und werden im engen Austausch mit Partnern und Projektbegünstigten konzipiert und durchgeführt.