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Tansania (2026 bis 2027)

Wissen vermitteln und Tabus durchbrechen

Menstruationshygiene an ländlichen Schulen in Tansania

Hintergrund

In ländlichen Regionen Tansanias prägen Mythen, Tabus und Scham den Umgang mit Menstruation und erschweren Mädchen einen gesunden und selbstbestimmten Einstieg in ihre Pubertät. Viele Schülerinnen verfügen nur über bruchstückhaftes oder falsches Wissen zu körperlichen Veränderungen und Menstruationshygiene und erhalten weder zu Hause noch in der Schule ausreichend Unterstützung. Gleichzeitig fehlt es an geeigneten Hygieneprodukten und an einer schulischen Infrastruktur, die einen diskreten und hygienischen Umgang mit der Periode ermöglicht. Die Folge sind monatliche Fehlzeiten, Rückzug aus dem Unterricht und eingeschränkte Bildungs- und Zukunftschancen für tausende Mädchen im schulpflichtigen Alter.

Diese Herausforderungen zeigen sich besonders deutlich an ländlichen Schulen in der Region Ifakara, wo Armut, weite Schulwege und mangelnde sanitäre Versorgung die Situation zusätzlich verschärfen. Wo Menstruation mit Aberglauben verbunden wird – etwa der Vorstellung, dass Pflanzen verwelken, wenn ein Mädchen sie während ihrer Periode berührt – entsteht ein Klima aus Stigmatisierung und Schweigen. In diesem Umfeld fällt es Mädchen oft schwer, Fragen zu stellen, Hilfe zu suchen und offen über ihre Bedürfnisse zu sprechen.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, braucht es einen integrierten Ansatz, der Wissen vermittelt, Zugänge zu Menstruationshygiene stärkt und das soziale Umfeld der Mädchen aktiv einbindet. Genau hier setzt das Projekt an: Durch Aufklärung, Stärkung von Lehrkräften und WASH-Strukturen an Schulen sowie Sensibilisierung in den Gemeinden trägt es dazu bei, die Tabuisierung zu durchbrechen und Mädchen den kontinuierlichen Schulbesuch zu ermöglichen.

Projektstandort

Das Projekt wird in den Distrikten Malinyi, Kilombero und Ulanga (Kilombero-Tal) der Region Morogoro durchgeführt. Der Fokus liegt auf dem Distrikt Kilombero.

Projektziel

Das Projekt ermöglicht jungen Mädchen an ländlichen Schulen in der Region Ifakara einen hygienischen, selbstbewussten und selbstbestimmten Umgang mit ihrer Menstruation. Dazu vermittelt es grundlegendes Wissen zu Menstruation und Hygiene, stellt wiederverwendbare Menstruationsprodukte bereit und bezieht Lehrkräfte sowie das soziale Umfeld – Eltern, Jugendliche und Gemeindevertreterinnen – ein, um die Tabuisierung des Themas zu durchbrechen und den regelmäßigen Schulbesuch zu fördern.

Projektaktivitäten

Um das Projektziel zu erreichen, sind folgende Aktivitäten geplant:

  • Durchführung von MHM-Trainings an 30 ländlichen Schulen in der Region Ifakara, um Schülerinnen Wissen zu Menstruation, Körperhygiene und der Nutzung wiederverwendbarer Menstruationsprodukte zu vermitteln.
  • Aufbau und Begleitung von WASH- bzw. MHM-Clubs an diesen Schulen, die als Forum für Austausch, Peer-to-Peer-Unterstützung und die langfristige Verankerung von MHM-Themen dienen.
  • Schulung von Lehrerinnen und Lehrern sowie Bereitstellung von Lehr- und Schulungsmaterialien, damit MHM-Inhalte dauerhaft in den Unterricht und Schulalltag integriert werden können.
  • Organisation von Gemeindeveranstaltungen und Gruppendiskussionen im Umfeld der Projektschulen mit Eltern, Jugendlichen und Gemeindevertreterinnen, um Mythen und Tabus abzubauen und eine unterstützende Umgebung für menstruierende Mädchen zu schaffen.
  • Entwicklung und Einsatz von Informations- und Aufklärungsmaterialien (z.B. Handbücher, Flyer, Booklets, Poster, Demonstrationsmaterial und T-Shirts mit MHM-Botschaften), die zentrale Inhalte zu Menstruationshygiene vermitteln.
  • Durchführung einer abschließenden Wirkungserhebung, um Wissenszuwächse, Veränderungen im Schulbesuch und Rückmeldungen der Beteiligten systematisch zu erfassen.

Projektbegünstigte

Durch die MHM-Maßnahmen an rund 30 ländlichen Schulen in der Region Ifakara profitieren insgesamt etwa 13.695 Menschen direkt und indirekt von dem Projekt. Dazu zählen in erster Linie Schülerinnen, die an den Trainings und Aktivitäten der Schul-WASH- bzw. MHM-Clubs teilnehmen, sowie Lehrkräfte, Eltern, Jugendliche und Gemeindevertreterinnen, die in Workshops und Veranstaltungen einbezogen werden.

Lokale Partnerorganisation

MSABI ist eine etablierte Organisation bei der Umsetzung von Projekten in den Bereichen Wasserzugang, Sanitär und Hygiene in ländlichen Gebieten Tansanias und setzt sich seit 2009 für die Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens der ländlichen Bevölkerung ein. Die Organisation ist als Nichtregierungsorganisation registriert und hat bereits zahlreiche Projekt im Bereich MHM (Menstruationshygienemanagement) durchgeführt und dabei Schulungsmaterialien und langfristige Konzepte entwickelt. Alle Maßnahmen sind auf die lokalen Gegebenheiten zugeschnitten und werden im engen Austausch mit Partnern und Projektbegünstigten konzipiert und durchgeführt.

Ansprechpartner

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