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Bolivien (2026)

Wasser für Bildung

Nachhaltige Trinkwasserversorgung für eine Grundschule

Hintergrund

Die Grundschule „21 de Septiembre A“ in Quillacollo wird täglich von über 600 Kindern besucht. Die Wasserversorgung der Schule basiert auf einem mehr als 20 Jahre alten Brunnensystem, das zwar theoretisch Wasser liefert, jedoch weder eine verlässliche Filtration und Desinfektion noch eine dauerhaft stabile Verteilung gewährleistet. Verunreinigtes Wasser, marode Leitungen, Leckagen und wiederkehrende Ausfälle prägen den Schulalltag. Gleichzeitig fehlt es vielen Kindern an grundlegenden Kenntnissen zu Hygienemaßnahmen wie z.B. dem regelmäßigen Händewaschen, was das Risiko wasserbedingter Erkrankungen zusätzlich erhöht.

Besonders problematisch ist, dass sich hier mehrere Defizite gegenseitig verstärken: Selbst dort, wo Wasser grundsätzlich verfügbar ist, kann ohne funktionierende Aufbereitung keine sichere Versorgung gewährleistet werden.

Hinzu kommt, dass die veraltete Infrastruktur die Nutzung zusätzlich erschwert und hygienische Risiken im Schulalltag verstetigt. Für die Kinder bedeutet das, dass ein grundlegendes Element einer sicheren Lernumgebung, nämlich der verlässliche Zugang zu sauberem Wasser nicht gegeben ist. Gerade in einem Umfeld mit prekären Einkommensverhältnissen und begrenzter öffentlicher Infrastruktur wie im Distrito 5 von Quillacollo wiegen diese Mängel besonders schwer, weil gesundheitliche Belastungen kaum anderweitig aufgefangen werden können.

Diese Kombination aus unsicherer Wasserqualität, instabiler Infrastruktur und mangelnder Hygieneaufklärung führt zu einer erheblichen gesundheitlichen Belastung der Schüler:innen. Wiederkehrende wasserbedingte Erkrankungen führen zu Fehlzeiten, Konzentrationsproblemen und einer verminderten aktiven Teilnahme am Unterricht. Werden solche Beeinträchtigungen nicht frühzeitig reduziert, verschlechtern sich die Bildungschancen der Kinder langfristig, was ihre weiteren Entwicklungs- und Zukunftsperspektiven nachhaltig einschränken kann.

Gerade deshalb ist das Projekt so wichtig: Es verbessert nicht nur die technische Wasserversorgung der Schule, sondern schafft eine zentrale Voraussetzung dafür, dass Kinder gesund lernen, regelmäßig am Unterricht teilnehmen und ihr Potenzial besser entfalten können.

Projektstandort

Der Projektstandort ist die Grundschule „21 de Septiembre A“ im Distrito 5 des Municipios Quillacollo, Departamento Cochabamba, Bolivien. Die Schule liegt in einem dicht besiedelten Gebiet mit begrenzter öffentlicher Infrastruktur, in dem viele Familien von prekären Einkommensverhältnissen betroffen sind.

Projektbegünstigte

Direkt profitieren 615 Schüler:innen sowie das Lehr- und Verwaltungspersonal der Grundschule „21 de Septiembre A“, insgesamt rund 635 Personen. De facto sind es jedoch viel mehr, da die Wasserversorgung noch vielen weiteren Generationen von Schüler:innen zugutekommen wird. Indirekt profitieren auch die Familien der Kinder und ihr soziales Umfeld, da bessere Wasser- und Hygienebedingungen über die Schule hinauswirken.

Projektziel

Ziel des Projekts ist es, die Trinkwasserversorgung der Schule „21 de Septiembre A“ nachhaltig zu sichern und so wasserbedingte Erkrankungen zu verringern, den Schulalltag zu verbessern und die Bildungschancen der Kinder zu stärken.

Projektaktivitäten

  • Um das Projektziel zu erreichen, sind folgende Aktivitäten geplant:
  • Installation eines zuverlässigen und leistungsfähigen Systems zur Wasseraufbereitung und
    -verteilung innerhalb von 6 Monaten
  • Sicherstellung der Trinkwasserqualität gemäß nationalen Standards sowie Reduktion wasserbedingter Erkrankungen
  • Sanierung und Stabilisierung der bestehenden Wasserinfrastruktur zur Vermeidung von Ausfällen und Wasserverlusten
  • Schulung des Schulpersonals im Betrieb, in der Wartung und im Monitoring der Anlage
  • Durchführung zielgruppengerechter WASH-Schulungen für Schüler:innen mit Fokus auf Handhygiene, Krankheitsprävention und den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser
  • Förderung nachhaltiger Verhaltensänderungen durch spielerische und praxisnahe Lernformate
  • Stärkung der Rolle der Schüler:innen als Multiplikator:innen, die gesundheitsfördernde Praktiken in ihre Familien und ihr soziales Umfeld tragen

Lokale Partnerorganisation

Aguatuya ist eine in Cochabamba ansässige NGO, die sich auf Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) spezialisiert hat und seit vielen Jahren mit Schulen und Kommunen in Bolivien zusammenarbeitet. Sie bringt fundierte technische Expertise für Planung, Umsetzung und Wartung dezentraler Wasserversorgungssysteme ein und verfügt über erprobte Bildungsansätze für Kinder und Lehrkräfte. Durch die enge Vernetzung mit Gemeinden und Behörden und die gute Kenntnis der lokalen Bedingungen stellt Aguatuya sicher, dass das Projekt bedarfsgerecht geplant, effizient umgesetzt und langfristig betrieben wird.

Ansprechpartner

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