Bolivien – 20. August 2026
Wandel durch Wald und Wasser
Im bolivianischen Amazonasgebiet macht das Projekt „Wandel durch Wald und Wasser“ wichtige Fortschritte. In der Region Comarapa verbinden sich Wiederaufforstung, Wasserschutz und nachhaltige Landwirtschaft, um die Wasserversorgung langfristig zu sichern und die Widerstandsfähigkeit der lokalen Bevölkerung gegenüber Klimawandel und Umweltzerstörung zu stärken.
Im ersten Halbjahr 2026 wurde die Einzäunung von drei Wasserschutzgebieten vollständig abgeschlossen: Churo Negro mit 360 Hektar, Laguna Verde mit 70 Hektar und Peña Blanca mit 20 Hektar. Damit sind insgesamt 450 Hektar physisch geschützt. In zwei Workshoprunden beteiligten sich zudem 320 Menschen an der Erarbeitung von Managementplänen. Die Pläne legen Regeln, Verantwortlichkeiten und laufende Aufgaben für den Schutz der Gebiete fest.
Auch für die Grundwasserneubildung wurden konkrete Maßnahmen umgesetzt. Insgesamt entstanden im Berichtszeitraum 5.000 Meter Infiltrationsgräben, sogenannte zanjas. Sie helfen dabei, Regenwasser länger in der Landschaft zu halten und die Versickerung in den Boden zu verbessern.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit der Gemeinden. Bei der ersten interkommunalen Umweltkonferenz in Comarapa am 27. Februar 2026 kamen 38 Teilnehmende zusammen. Die Gemeinden Comarapa, Mairana, Pampagrande und Saipina schlossen dabei eine verbindliche Vereinbarung für die gemeinsame Arbeit an Umwelt- und Ressourcenfragen.
Eine wichtige Grundlage für das künftige Wassermanagement ist das inzwischen fertiggestellte Wasserinventar für alle zwölf Zielgemeinden. Es erfasst unter anderem Quellen, Ausflussmengen, Bäche sowie natürliche und angelegte Lagunen. So kann die Entwicklung der Wasserverfügbarkeit künftig systematischer beobachtet werden.
Auch die Aufforstung wird fortgesetzt: Im zweiten Quartal wurden weitere 3.798 Setzlinge gepflanzt. Damit bestehen inzwischen 7,2 Kilometer Waldvorhänge mit insgesamt 18.000 Bäumen. Die Baumreihen schützen landwirtschaftliche Flächen vor Winderosion und tragen zur ökologischen Stabilisierung der Landschaft bei.
Darüber hinaus profitieren mittlerweile 120 Familien von nachhaltigen landwirtschaftlichen Maßnahmen. Dazu gehören 60 Tröpfchenbewässerungssysteme, 43 Anpassungen in der Viehhaltung und 17 Obstgärten. Die Maßnahmen eröffnen wasserschonende und umweltverträgliche Alternativen zu schädlichen Bewirtschaftungsformen.
In der zweiten Jahreshälfte 2026 sollen noch 48,5 Hektar wiederaufgeforstet werden. Außerdem sind eine zweite interkommunale Konferenz, weitere Schulungen zu Forstmanagement und Obstbau sowie die Vorbereitung der externen Evaluation und Finanzprüfung zum Projektende geplant.
Das Projekt läuft von August 2024 bis Dezember 2026. Direkt profitieren mehr als 4.000 Menschen; durch Sensibilisierung und eine verbesserte Wasserversorgung werden indirekt rund 76.500 Menschen in der Region erreicht.